Dem Land Tirol die Schuld?

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Tirol. Mein geliebtes Tirol. Abgeriegelt aufgrund der südafrikanischen Corona-Mutante vom Rest der Welt. Keiner soll raus, keiner soll rein. Gegen den Willen der Tiroler…versteht sich. An den Grenzen patroulliert das österreichische Bundesheer. Und nun liegt es da, dieses wunderschöne Fleckchen Erde, zwischen Selbstmitleid und Überheblichlichkeit, zwischen Frust und Vermessenheit.

Die Seilbahn-Kaiser

Die Tiroler sind mächtig. So mächtig, dass es ihnen fast körperlich weh tut, wenn sich andere Systeme – wie die Bundesregierung in Wien – in innere Angelegenheiten Tirols einmischt. Tirols Landespolitiker, Seilbahn-Kaiser, die gewaltigen Hoteliers, Wirtschaftsvertreter und Kammerpräsidenten schwanken dann zwischen Wehmut und martialischen Auftreten. Dann hört man Sätze wie: “Wenn ihr uns abriegelt, machen wir in Tirol alles auf” und “Wir sperren das Land für den Transitverkehr”.

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Moderner Freiheitskampf

Der moderne Aufstand, der Tiroler Freiheitskampf 2.0 im Jahre 2021 gilt der seit Freitag faktischen Abriegelung des Landes. Ohne negativen Corona-Test darf niemand Tirol verlassen. Wien, unter Kanzler Kurz, hat dies angeordnet, da Tirol ein großes Problem mit der gefährlichen “Südafrika-Mutante” hat. Ja, Tiroler Verantwortliche hätten sofort und rigoros handeln können und sollen. Doch es liegt in der Natur der eben genannten mächtigen Tiroler, dass man sich jede Einmischung und jeden Hinweis von außen verbietet. Lieber verfällt man ins Jonglieren mit Zahlen und einem eher schöngefärbten Umgang mit Fakten. Kanzler Kurz musste handeln, er hat gehandelt und konnte sich in dem Machtkampf durchsetzen. Tirol ist dicht!

Rülpser aus Wien

Tirol hat es sich seiner fast schon überheblichen Art selber zuzuschreiben, dass Wien durchgriff. Ein Durchgriff, den der mächtige Tiroler Seilbahn-Chef Franz Hörl krachend als “Rülpser” kommentierte. Vielleicht liegt die Antwort auf die Frage des Verhaltens Tirols einfach in der Vergangenheit? Die Wandlung von Bergbauern zu reichen Liftkaisern, von kleinen Handwerkern und Gasthofbetreibern bis zu großen Hoteliers ist gerade mal ein paar Jahrzehnte her. Vor nicht mal 100 Jahren begann die Zeit der sogenannten “Schwabenkinder”. Eine Zeit, in der die Bauern ihre Kinder ins Allgäu schickten, weil man sie sonst nicht durch den kargen Winter hätte bringen können.

Abhängig vom Tourismus

Doch dann kam der Tourismus und somit Geld. Viel Geld. Statt ins Allgäu zieht der Nachwuchs jetzt zum internationalem Management raus in die weite Welt. Statt kleiner Gasthöfe und Handwerksbetriebe betreibt man 4 und 5 Sterne Luxusherbergen und gewaltige Skilifte. Jeder fünfte Euro in Tirol wird heute im Tourismus verdient, jeder vierte Arbeitsplatz hängt unmittelbar am Tourismus. Vielleicht muss man einfach um die Abhängigkeit Tirols von der Tourismus-Branche wissen. Vielleicht erklärt sich dann das polternde Geschachere der Mächtigen um den Kampf und den Einsatz für geöffnete Hotels und laufende Skilifte.

Die Adlerrunde

Ja, die Tiroler sind mächtig geworden. Das zeugt auch von der Adlerrunde. Ein 2003 gegründeter Zusammenschluss von reichen und superreichen Tiroler Unternehmern. Franz Hörl, der Seilbahn-Chef und Landespolitiker, ist ebenso dabei wie weitere Seilbahnbetreiber und First Class Hoteliers. Der mächtige Geldadel ist in der Lage die Großen der Politik zu hofieren und sie bei Wahlkämpfen zu unterstützen. Und sie ist damit in der Lage Forderungen zu stellen, etwa nach dem Offenhalten der Skilifte. Die große Adlerrunde hat sich ein Ziel gesetzt: Das “rechtzeitige Erkennen globaler Trends und Herausforderungen”. Und Tirol täte gut daran, nun auch im Umgang mit dem Virus die Herausforderung zu erkennen. Damit es hoffentlich bald wieder heisst: “Dem Land Tirol die Treue”..und hinein ins Urlaubsvergnügen!

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