Das Schicksal der Saisonarbeiter (Teil 2)

Anzeige

Sie bilden das Herzstück eines jeden Betriebs: Die Mitarbeiter. Ohne guten Koch kein gescheites Essen, ohne Kellner keine Wohlfühlatmosphäre und ohne Skilehrer kein Skifahren für Anfänger. In unserem 1. Teil unserer kleinen Serie berichteten wir bereits wie es jenen ergeht, die mit dem „Skifahren“ im entfernten Sinne ihr Geld verdienen. Aber wie sieht das in der Praxis aus. Wie geht es den einzelnen Saisonarbeitern?

Michael jetzt Schaffner – Dominik beim Heer

Michael sieht man ansonsten jeden Winter Tag für Tag rund 15 km über eine Skihütte am Berg flitzen. Als Zahlkellner hat er alle Hände voll zu tun. Sei es Bestellungen aufnehmen, Gäste abkassieren, Essen bringen oder auch mal abräumen. Ruhe ist bei einer 6 Tagewoche ein Fremdwort. Im Sommer geht es etwas ruhiger zu. Bei seinem Job im Tal, macht er jedoch grundsätzlich den gleichen Job und hat alle Hände voll zu tun.

Dominik geht es ähnlich. Seit Jahren steht er sowohl in der Sommersaison, als auch in der Wintersaison in einem 4 Sterne S Hotel hinter dem Herd. Als Hilfskoch hat er als Saisonkraft, Sommer wie Winter ähnlich viel zu tun. „Einzelne Tage mit besonderen Highlights im Winter, wie Weltcup oder Silvester sind nochmal härter,“ erklärt er im Gespräch. Ansonsten habe jede Zeit ihre Tücken.

Mit Abschluss der vergangenen Sommersaison ging es für Michael und Dominik in die Arbeitslosigkeit. Schließlich haben hier auch die Betriebe geschlossen und eine weitere Beschäftigung, würde sich betriebswirtschaftlich nicht rentieren. Das war Anfang Oktober.

Nichts Ungewöhnliches, denn in der Zwischensaison ist man als Österreicher, der in der Gastro arbeitet, in der Regel arbeitslos. Man weiß ja, dass man in der Regel spätestens im Dezember wieder einen Job findet. Gute Kellner und Köche sind in der Gastro nun mal gesucht.

Warten, Warten, und dann?

Was aber, wenn es keine nächste Saison gibt. Dann bleibt einem gelernten Gastronomen nichts anderes übrig, als zu warten. Erst auf eine mögliche Öffnung Ende Dezember, dann auf Anfang Januar, später auf den 24. Januar. Solang eben, bis man die Hoffnung aufgegeben hat und Alternativen suchen muss.

Warum nicht einfach daheim bleiben und chillen, mag sich der ein oder andere denken. Einfache Antwort, weil auch die Republik Österreich Arbeitslosengeld nicht unentwegt ausschüttet. Um genau zu sein, 5 Monate, danach rutscht der Saisonarbeiter in den sogenannten Notstand. Ähnlich wie Hartz4 in Deutschland, reicht dieser Betrag kaum zum Leben.

Anzeige

Wie geht es weiter?

Michael hat sich bei der ÖBB beworben. Die Österreichische Bahn ist gerade auf der Suche nach neuen Schaffnern. Im Gespräch erzählt er uns, dass es erstmal einiges neue zu lernen sei, er die Kilometer im Zug aber ja aus der Gastronomie gewohnt sei. Inwieweit er diesen Job für die Gastronomie heute nochmal an den Nagel hängt, bleibt offen.

Dominik hat erst vor wenigen Jahren seinen Heeresdienst abgeschlossen. Den Job beim Heer mochte er grundsätzlich. Nun zieht es Ihn zurück. „Hier kann man noch gutes Geld verdienen und für sein Land da sein.“ Grundsätzlich eine gute Einstellung. Wie lange er das machen möchte, ist aktuell noch unklar. Vielleicht zieht es Ihn in einen Auslandseinsatz, aber vielleicht ist auch schneller wieder in seinem Heimatort in Österreich, als ihm lieb ist. Als junger Mann (20) hat er alle Freiheiten, es auf sich zukommen zu lassen.

Es geht weiter

2 Schicksale. Beide gehen anders damit um. Beide sind sich jedoch einig, dass daheim sitzen und dem Staat auf der Tasche liegen nicht in Frage kommt. An Ihnen sieht man, dass es zwar nicht einfach ist, neue Wege einzuschlagen, aber möglich.

Was aber, wenn diese „Umschulung“ mehrere Saisonkräfte machen? Problematisch könnte es zur kommenden Saison werden. Die Situation auf dem Gastronomie Arbeitsmarkt ist ohnehin schwer. Wenn jetzt noch zahlreiche gute Saisonkräfte neue Wege finden, könnte es für Wirte und Inhaber schwer werden, ihre Hütten zu bewirtschaften. Soweit wollen wir aber jetzt noch gar nicht denken und wünschen den 2 erstmal viel Glück auf Ihrem neuen Weg

*Auf Wunsch und zum Schutz der Angestellten, haben wir Namen geändert.

Bild von TF3000 auf Pixabay

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Weitere News & Artikel

Die Berge rufen – Eure Hütte wartet

News

Eines scheint klar. Die Menschen wollen wieder Urlaub machen. Zu lange war und ist die Zeit der Entbehrungen. Einfach mal raus heißt die Devise. Und dies gilt umsomehr für einen Sommerurlaub.

Es wird wieder kalt!

News

In den vergangenen Tagen war ein erster Anflug von Frühling und mancher Orts sogar von Sommer zu spüren. Im Snow Space Salzburg sperrten am vergangenen Wochenende gar die Lifte schon komplett zu.

Grenzenloser Urlaub

News
hütte

Ein echtes Hochgefühl im wahrsten Sinne des Wortes bietet der Sommerurlaub in einer Hütte. Schon beim Aufwachen kann es sein, dass der Morgen musikalisch untermalt wird vom Bimmeln der Kuhglocken.

Weitere Promi Blog Artikel

Das Schicksal der Saisonarbeiter (Teil 1)
Zu bis zum Opening 21/22

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Menu